· 

Der weite Weg zum grossen Rasen

So manch einer musste erstmal einen Blick in die Karte werfen um zu verstehen wohin die Fussballreise geht. "Nach Neuenkirchen?? So weit ?"  Ja, 240 Kilometer weit um genau zu sein. In Zeiten von Corona und Ferien kann der Fussballwillige nicht wählerisch sein, erst recht nicht als Hamburger Mannschaft. Als inzwischen einziges Bundesland verbietet Hamburg seinen Fussballer/innen noch immer das spielen. Zumindest auf Hamburger Boden. Und so machen sich  11 Victorianerinnen ( Dank an alle Eltern), 2 Fahrer ( besonderen Dank an Papa Niels) und drei Kisten Wasser  am warmen Samstagmorgen mit zwei Kleinbussen auf den Weg  südwestwärts. Die lange Fahrt tut der, streckenweise kegelclub-ähnlichen Stimmung im Bus ( s. Startfoto) keinen Abbruch. 2 1/2 Stunden später stehen die  Neon-Girls gut gelaunt, aber müde und wenig fokussiert auf dem riesigen Rasenplatz von Neuenkirchen. Traineransprache und Motivationsappell verhallen  nahezu ungehört. Die äusserst freundlichen, aber gefährlich groß gewachsenen Gastgeberinnen wirken da schon konzentrierter. Die Bestätigung gibts mit dem Anpfiff. Eintracht Neuenkirchen findet sofort den Weg zum Tor, während Victoria noch nach Positionen und Zuordnung sucht. Mit viel Körpereinsatz und hohen Bällen nach vorn sorgen die Gastgeber für Angriffsdruck. Vickys Mädchen laufen viel, aber anfangs nur hinterher. Sie tun sich schwer, ins Spiel zu finden. Da über die gesamte Breite, des, ohnehin riesigen Platzes gespielt wird, bietet Vicky immer wieder große Räume an. Die schnellen, ein Jahr älteren Gastgeberinnen, die mit einem buchstäblichen Drillingssturm angetreten sind, wissen das zu nutzen. 2:0 heisst es nach dem ersten Drittel. Pause, Teambesprechung, zurück auf den Rasen. Die Mädchen aus Hamburg treten nun anders auf. Sie beissen sich, trotz schwüler Temperaturen in diese Partie, kreieren endlich Chancen und sind in dieser Phase sogar das bessere Team. Um so bitterer kurz darauf der gegnerische Konter zum 3:0, erneut eingeleitet mit einem hohen, weiten Ball. Doch Victoria zeigt jetzt Charakter, erspielt sich weitere Chancen. Der schöne 1:3 Anschlusstreffer durch Melisa kommt verdient. Aber auch die Eintracht-Mädchen bleiben gefährlich, treffen erneut. Mit 1:4 gehts ins letzte Drittel. Vicky zeigt jetzt schönes Passpiel, kommt aber mit nachlassenden Kräften kaum noch gefährlich vors Gegnertor. Zum Abpiff steht es 1:6. Ein bitteres Ergebnis, das einige Schwächen offengelegt hat, aber den Spielverlauf nur teilweise widerspiegelt. Die Laune ist kurz im Keller, steigt aber wieder als das Team am nahegelegenen Alfsee relaxen darf , bevor es  dann auf den Weg zurück nach Hamburg geht. Ein erlebnis-und erkenntnisreicher Tag geht zuende. Die nächsten Spiele sind auch schon geplant- in Oldesloe und Elmshorn, nach diesem Trip also quasi

"um die Ecke".

 

MF